FAQ - häufige Fragen zu SPO / Prüfungsrecht

Was bedeutet die SPO für mich als Studierende(r)?

Die Studien- und Prüfungsordnung (SPO) einer Hochschule dient dazu, die Studienfächer und deren Abfolge im jeweiligen Studiengang sowie die vorgesehenen Prüfungsformen, -anforderungen und kriterien prinzipiell festzulegen. Sie ist die juristische Grundlage für den akademischen Befähigungsnachweis, dem Sie sich mit Ihrem Studium unterziehen. Da hier nicht immer alle Details geregelt sein können, gibt es zusätzlich hierzu Ausführungsbestimmungen auf der Ebene der Studiengänge und / oder einzelner Fächer (z.B. BWL III, Praktikum, oder auch P&O, siehe Ausführungsbestimmungen unten).

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Studien- und einer Prüfungsleistung?

Mit einer Prüfungsleistung legt der Studierende einen Leistungsnachweis ab, der durch den Prüfer anhand einer vorgegebenen Notenskala (z.B. 1,0 – 1,3 - 1,7 … 4,0 - 5,0) zu bewerten ist. Dadurch wird das erfolgreiche Abschliessen eines curricularen Faches dokumentiert. Zusätzlich hierzu kann eine Studienleistung vom Studierenden gefordert werden. Diese wird i.d.R. nicht benotet, sondern der Studierende erwirbt sich mit Bestehen der Studienleistung das Prüfungsrecht. Für den Studierenden ist die Studienleistung nicht zu unterschätzen, da die Ermessensspielräume des Prüfers hier sehr viel weiter gefasst sind als bei der Prüfungsleistung. Damit ein Prüfer den Studierenden in einem Fach eine Prüfungsleistung abfordern kann, reicht oft die Ankündigung zu Beginn eines Kurses, d.h. sie muss nicht zwingend in der SPO verankert sein.

Was bedeutet es, sich als Studierender ein „Prüfungsrecht“ zu erwerben?

Darunter versteht man das Recht eines Studierenden, an einer Prüfung teilzunehmen. Es wird für die üblichen curricularen Fächer prinzipiell begründet durch die Immatrikulation in einem Studiengang. Nach zweimaligem Nichtbestehen einer Prüfung ist dieses Prüfungsrecht verwirkt, und der Studierende wird erstens aus dem Studiengang exmatrikuliert, und zweitens kann er dieses Fach auch an keiner anderen Hochschule mehr studieren.

 

Was ist, wenn ich wegen Krankheit an einer Prüfung nicht teilnehmen kann?

Das ärztliche Attest muss spätestens drei Tage nach Prüfungstermin im Prüfungsamt vorliegen, damit der Termin nicht als Fehlversuch („5,0“) gewertet wird. Aber Achtung: es scheint so seltsame Krankheiten zu geben, die Studierende in einer Prüfungswoche wundersam krank und wieder gesund und wieder krank werden lässt, je nachdem, ob es sich um eine Prüfung in Englisch oder in Investition & Finanzierung handelt. Davon ist abzuraten, erstens da es schlimmstenfalls zum Verlust des Prüfungsrechts führen kann, zweitens weil die Aussichten auf Genehmigung eines Härtefallantrages, sollte er nötig werden, dadurch minimiert werden, und drittens weil dieses „Schieben“ kurzfristig vielleicht eine Erleichterung ist, aber später Ihren Studienerfolg erfahrungsgemäss einschränkt. 

 

Was ist, wenn ich während einer Prüfung krank werde?

Prinzipiell dokumentiert der Kandidat mit seinem Antritt zur Prüfung seine Prüfungsfähigkeit – das gilt für Klausuren ebenso wie für mündliche Prüfungen. Plötzliche physische Einschränkungen der individuellen Leistungsfähigkeit, wie Kopfschmerzen, Erbrechen, Nervosität, etc., können zwar objektiv auftreten, aber nicht nachträglich durch Attest geheilt werden. Es gilt das Prinzip: wer antritt, wird geprüft und bekommt die der Leistung angemessene Note.

Was genau fällt in der Klausur unter „Täuschungsversuch“?

Jedes Verhalten, das auf Folgendes schliessen lassen könnte: Abschreiben, Vorsagen, Benutzung unerlaubter Hilfsmittel, … Dieser Täuschungsversuch wird i.d.R. durch die jeweilige Prüfungsaufsicht festgestellt, und wird durch Ausschluss von der Prüfung sanktioniert. Wichtig: hierzu bedarf es keiner Vorwarnung! Täuschungsversuch kann aber auch durch wortgleiche Antworten in den Klausurbögen durch den Fachdozenten festgestellt werden; in dem Fall wäre es prüfungsrechtlich unbedenklich, BEIDE Klausuren mit „5,0“ zu bewerten.

 

Wie kann ich mich wehren, wenn ich ungerechtfertigt wg. Täuschungsversuchs von der Klausur ausgeschlossen werde?

Die Entscheidung darüber, ob ein während der Prüfung gezeigtes Verhalten von Studierenden als Täuschungsversuch zu werten ist, obliegt allein der Prüfungsaufsicht. Da Ihre Absichten („ich wollte doch nur ein Tempo haben“) nicht objektiv erschliessbar und die Entscheidungssituation nicht rekonstruierbar ist, haben Sie als Studierende leider keine Möglichkeit, sich dagegen zu wehren.

 

Habe ich ein Recht auf Klausureinsicht?

Ja, Sie haben ein prinzipielles Recht darauf, die wesentlichen Argumente zu erfahren, die zu der betreffenden Bewertung Ihrer Prüfungsleistung geführt haben – das gilt für schriftliche ebenso wie für mündliche Prüfungen. Bei schriftlichen Prüfungen kommt der Prüfer seiner Pflicht nach, wenn er Sie die Klausur einsehen lässt -  er ist nicht verpflichtet, im Einzelnen darzulegen, warum Sie für einen Aufgabe bspw. 6, 7 oder 5 Punkte bekommen haben, da diese Entscheidung sich aus dem Gleichbehandlungsgebot ableitet (siehe Ausführungsbestimmungen unten). Bei mündlichen Prüfungen erfolgt die Begründung i.d.R. anhand des Prüfungsprotokolls, in dem stichwortartig die Fragen und Bewertungsgründe festgehalten sind (das allerdings nicht zwingend ist!).

Welches Prüfungsrecht habe ich bei Dozentenwechsel in einem Fach?

Es kann passieren, dass bei Dozentenwechsel in einem Fach sich auch die Inhalte und / oder die Prüfungsanforderungen verändern, oder das ein und derselbe Dozent seine Vorlesung umstellt oder verändert. Wenn Sie also nicht im regulären Klausurzyklus Ihres Fachs die Prüfung abgelegt haben, erlischt zwar Ihr Prüfungsrecht grundsätzlich nicht, doch Sie müssen sich den neuen Bedingungen stellen. Insbesondere können Sie keine individuelle Benachteiligung oder Sonderrechte (z.B. Repetitorien oder weniger strenge Prüfungskriterien) daraus ableiten.

 

Wenn ich an den regulären Prüfungsterminen nicht teilnehmen konnte: habe ich ein Anrecht auf einen Sondertermin?

Kurze Antwort: Nein. Zwar ist die Hochschule gehalten, durch entsprechende Prüfungsplanung allen prüfungsberechtigten Studierenden eines Studiengangs bzw. Faches die Prüfung innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu ermöglichen, aber die rechts- verbindlichen Vorgaben hierzu sind dehnbar. Sondertermine, die das Prüfungsamt anbietet, stellen insofern einen Sonderservice dar.

 

Was ist ein Härtefallantrag?

Die sog. „Härtefallregelung“ der SPO ist eine Art „Gnadenversuch“ für solche Studierende, die durch zweimaliges Durchfallen durch eine Prüfung ihr Prüfungsrecht verloren haben, und infolgedessen vor der Zwangsexmatrikulation stehen. Ein Härtefall kann potentiell dadurch gegeben sein, dass es dem Studierenden aufgrund einer extrem belastenden Situation (familiär, psychisch, physisch) – in der Regelung ausdrücklich formuliert als „Gründe, die der Studierende nicht zu vertreten hat“ – nicht möglich war, die Prüfung zu bestehen. Dieser Antrag wird vom Studierenden (nach Absprache erstens mit dem betreffenden Fachdozenten und zweitens mit dem Mentor) an das Prüfungsamt schriftlich per Brief mit persönlicher Unterschrift gestellt, und zwar unmittelbar nach Notenbekanntgabe. Weitergehende Formalvorschriften hierfür gibt es nicht; jeder Härtefall ist individuell.

Wann wird ein Härtefallantrag genehmigt?

Ausgesprochen selten. Zunächst einmal müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein: der Fachdozent muss zu dem Schluss gekommen sein, dass der dritte Versuch des Studierenden mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zum Bestehen führt. Der kausale Bezug zwischen Extremsituation und Nichtbestehen muss auf diesen Einzelfall bezogen deutlich geworden sein. Die bisher im Studium erzielten Noten sind deutlich besser als befriedigend. Der betroffene Studierende hat zuvor noch keinen Härtefallantrag gestellt. Er hat ausserdem sofort mit dem Mentor Kontakt aufgenommen und ihn / sie davon überzeugt, dass er durch geeignete Massnahmen künftig sein Studium ohne weitere Komplikationen absolvieren wird, und der Mentor hat daraufhin den Antrag persönlich befürwortet. Aber selbst wenn alle diese Voraussetzungen gegeben sind, kann der Antrag ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden. Der / die Studierende hat dann keinerlei Einspruchsmöglichkeiten.

 

Kann man bei der Abschlussarbeit (Bachelor / Master) überhaupt durchfallen?

Ja, definitiv, sogar zweimal, wie die Erfahrung zeigt. Schon allein deswegen empfiehlt es sich, die durch den Dozenten angebotene laufende Betreuung der Arbeit auch wirklich in Anspruch zu nehmen.

 

Was kann ich tun, wenn ich mit meiner Note nicht zufrieden bin?

Wenig. Ihr erster Weg führt immer zum Fachdozenten, und dabei sollte es Ihr Ziel sein, die Gründe der Bewertung zu verstehen. Eine weitere Massnahme ist sicher, sich künftig intensiver mit dem Studienstoff auseinandersetzen. Rückwirkend gesehen könnten Sie zwar formalen Widerspruch gegen eine Note einlegen, aber die Aussicht auf Erfolg ist verschwindend gering (siehe Ausführungsbestimmungen Abschnitt 11 unten).

 

 

... haben Sie weitere Fragen, auf die hier eine Antwort zu finden sein sollte? - Über Ihre Anregung freue ich mich!

 

 

Ergänzende Ausführungsbestimmungen / Erläuterungen SPO
Hier finden Sie Details zu Prüfungsstoff, ordungsgemässem Prüfungsablauf, Widerspruchsrecht, Bewertungskriterien für von mir geprüfte Fächer, etc. Bei Fragen sprechen Sie mich gern an!
Ausführungsbestimmungen SPO.pdf
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Jede(r) Studierende ist herzlich eingeladen, mit Fragen zu mir zu kommen und / oder mich anzurufen - ich freue mich über Ihr Interesse!

 

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